Interessantes über die Herkunft des Namens Amania

Nach der gesamtgeschichtlichen Darstellung befindet sich unser Gebiet, der Vogelsberg, im Übergangsgebiet zwischen den Kelten in Süd- und den Germanen in Norddeutschland. Keltische Funde der Ausprägung des süddeutschen und südhessischen Raumes wurden bei uns nicht gemacht. Allerdings kann man für unseren Bereich folgende Funde (vielleicht auch Importe aus dem keltischen Gebiet) anführen:

  • einen keltischen Münzenfund in Deckenbach
  • Petschaftring, Fibeln in Ober-Ofleiden
  • Goldmünze in Romrod
  • Goldmünze in Lollar

Der Bachnamen wurde oft zum Dorfnamen. Ringwälle werden auch im Kreis Alsfeld angenommen. Bekannte Anlagen dieser Art weisen der Dünsberg und die Amöneburg auf. Sagen, Flur- und Ortsnamen sind keltischen Ursprungs (Sagen von der wilden Frau und von Steinen u.a. vom Heinzelmann bei Ehringshausen und Steinen im Vogelsberg).

Im Raum der Wetterau und des Randvogelsberges kann man die Anwesenheit keltischer Völker annehmen. Man spricht allerdings dem Vogelsberg selbst eine geringe Besiedlung bis Siedlungsleere zu und führt diesen Umstand auf einen Klimasturz um 800 v. Chr. zurück.

Für eine Ansiedlung im Bereich Mücke (Nieder-Ohmen) liegt es auf der Hand, Überlegungen wegen des keltischen Namens Amania anzustellen, ob es in dieser Zeit bereits bestanden hat. Dabei kommt man an dem Umstand nicht vorbei, dass Amania nicht die Siedlung, sondern den Bach bezeichnet. Bei Ansiedlungen, die sich oft flußaufwärts vollzogen, nahmen die Menschen aber häufig den Namen des Baches für ihre Dörfer an, wie sich mehrfach im Kreis Alsfeld mit Felda und Schwalm u. a. anführen lässt.

Zwei Gesichtspunkte sollten zum Schluß dieser Überlegungen zu Ansiedlungen im Dorfbereich Nieder-Ohmens noch genannt werden:

  1. Muß man das Vorkommen des Eisensteins anführen, den die Kelten suchten und in ihren Brennöfen verarbeiteten. Für den Westerwald und das Lahn-Dill-Gebiet gibt es keltische Abbauspuren. Schlackenreste wurden in Nieder-Ohmen an verschiedenen Stellen gefunden.
  2. Stellt der großräumige Talkessel im Bereich Nieder-Ohmens mit seiner Einordnung zwischen Wetterau, Gießener Becken und Amöneburger Becken ein Angebot zu Siedlungszwecken dar.

Die vorstehenden Angaben wurden der Ausarbeitung "Menschen der Frühzeit in unserem Raum" von Werner Döring entnommen.

Wir haben den Namen Amania gewählt, weil er in etwa das Einzugsgebiet für unsere SLG beschreibt. Aktive Schützen aus dem Raum Mücke, Grünberg, Gemünden und anderen Ansiedlungen, gleichgültig ob keltischen, germanischen, oder fränkischen Ursprungs, sind uns willkommen. Dabei freuen wir uns über Anfänger genau so wie über Experten - wichtig ist, daß sie zu uns passen.

Und jetzt vergleicht bitte einmal diese historische Darstellung zweier keltischer Krieger mit zwei heutigen Schützen, die auf ihren Wettkampfeinsatz warten: Von den Schnauzbärten bis zur lässigen Haltung stimmt einfach alles! Damit dürfte bewiesen sein, dass der moderne Großkaliber-Schütze in direkter Linie von keltischen Helden abstammt...